Projekt #23: Lebens-Baum
27. Februar - 26. April 2026

Blick in die Ausstellung



< 14 /14 >
Blick in die Ausstellung

Blick in die Ausstellung

Projekt #23: Lebens-Baum

DAS KONZEPT
Ausgehend von Günter Beiers Gemälde eines Vogelnests rückt der Baum als Träger von Leben in den Mittelpunkt. Nest, Vogel, Blüte und Frucht stehen für einen Kreislauf: Schutzraum, Bewegung, Wachstum und Reife. Vier künstlerische Positionen entfalten daraus ein vielschichtiges Bild von Natur als lebendigem System.
Mit dem Frühling kehrt sichtbar Leben zurück. Vögel nisten in Bäumen, finden dort Schutz und Nahrung. Blüten öffnen sich, Früchte reifen und werden gefressen. Diese enge Abhängigkeit prägt das ökologische Gefüge – auch wenn sie im menschlichen Alltag oft in den Hintergrund tritt.

DIE POSITIONEN
Im Zentrum steht ein verlassenes Vogelnest. Zweig für Zweig präzise gemalt, wird seine komplexe Konstruktion nachvollziehbar. Was leer erscheint, verweist auf Ursprung und Wiederkehr.
Dem gegenüber bewegen sich stilisierte Vögel in einer kontinuierlichen Computeranimation über zwei Bildschirme. Reduziert auf klare Konturen und flächige Formen entsteht Lebendigkeit aus minimalen Mitteln. Zugleich bleibt die Bewegung programmiert und endlos wiederholt – ein digitales Sinnbild von Natur, das zwischen Symbol und scheinbarer Vitalität steht.
Blühende Mandelzweige entfalten sich in pastoser Farbigkeit vor intensivem Himmel. Wachstum erscheint kraftvoll und widerständig.
Glänzende Kirschen im engen Bildausschnitt stehen für Reife und Fülle. Lichtreflexe verleihen ihnen beinahe körperliche Präsenz. Als Frucht des Baumes sind sie Nahrung für den Vogel – auch hier schließt sich der Kreislauf.
Der Baum als Ganzes selbst bleibt unsichtbar und ist doch gegenwärtig: als Lebensraum, als Ursprung, als Versorger. Natur erscheint hier nicht als Landschaft, sondern als konzentriertes Detail. Zwischen Konstruktion und Wachstum, digitaler Simulation und malerischer Präsenz entfaltet sich der „Lebens-Baum“ als zeitgenössisches Bild des Kreislaufs des Lebens.

KÜNSTLER*INNEN und WERKE
Günter Beier (*1959, Wuppertal) lebt und arbeitet am Bodensee. Seine realistischen Gemälde untersuchen Strukturen, die im Alltag oft übersehen werden.
Günter Beier, Vogelnest 8, 2008, Öl auf Leinwand, 170 x 260 cm

Katharina Gierlach (*1983, Würzburg) lebt und arbeitet in Köln. In ihrer Malerei stehen Pflanzen und ihre Widerstandskraft im Zentrum.
Katharina Gierlach, Mandelblüte, 2025, Öl auf Leinwand, 120 x 120 cm
Katharina Gierlach, Mandelblüte II, 2025, Öl auf Leinwand, 70 x 55 cm

Julian Opie (*1958, London) lebt und arbeitet in London. Mit klarer Formensprache überführt er klassische Motive in eine zeitgenössische, digitale Bildwelt.
Julian Opie, Crow pecking & Crow turning, 2018, Computeranimation auf einem LCD Monitor

Charlotte Trossbach (*1985, Mainz) lebt und arbeitet in Köln. Ihre Werke verdichten fotografische Momentaufnahmen zu intensiven Stillleben des Alltags.
Charlotte Trossbach, Kirschen III, 2020, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm